Smart Home ist Kabelsalat

Loxone setzt auf eine Zentrale Steuerung. Das heißt für uns als Häuslebauer, alles was gesteuert werden soll, muss irgendwo Zentral zusammengeführt werden. Ja, dass ergibt einen Haufen Kabel. Sogar so viel dass wir ziemlich bald entschieden haben

im ersten Stock noch einen kleineren Unterverteiler zu setzten. Das geht weil sich die Erweiterungen oder auch Extensions, untereinander im Bussystem verbinden lassen. Das soll sogar bis zu 500m klappen! Bei uns sind es nur 5m.

Die Programmierung für das Obergeschoss ist in den Grundfunktionen fertig, daher konnten wir ableiten wieviel Platz drauf gehen wird. Wir kommen auf 3 Extensions und 2 Dimmer Extensions  und nehmen einen 2 mal 5 Reihigen Zählerschrank. Wir halten uns in jedem Schrank etwa 20 – 30% Reserve vor, wer weiß denn jetzt schon auf welche Ideen wir noch kommen.

Unterverteiler im Obergeschoss 2x5
Unterverteiler im Obergeschoss 2×5

Zu den Tastern haben wir 8 Adriges Telefonkabel verwendet.
Warum nicht gleich Cat Kabel? Das Telefonkabel hat etwas dickere Litzen und diese lassen sich besser verdrahten. Zu Jedem Tasterfeld führt ein Kabel. Bei 8 Adern ergeben sich so 7 Theoretische Tastpunkte. 1 Ader steht unter 24v Spannung, dann bleiben 7 Adern für Tastpunkte. Uns reichen schon 3 Tastpunkte, aber dazu ein andermal mehr.

Zu den Tastern wird trotzdem noch ein Cat5 Kabel gezogen für den Anschluss der Temperaturfühler. Richtig, die Fühler kommen unter die Tastwippe. Loxone empfiehlt dass in den Schulungen und in Foren liest man von einer Abweichung von nur 0,5 Grad zum Raum. Perfekt, und man sieht die Fühler nicht. Die Sensoren werden per 1-Wire Extension angeschlossen. Die Fühler sind super günstig und die Verkabelung lässt sich erweitern.

Die Präsenzmelder werden ebenfalls per Cat5 angeschlossen. Günstig und gut geschirmt! Jeder Präsenzmelder benötigt 4 Adern. 2 für die 24V versorgung, 1 für die Bewegung und 1 für die Helligkeit. Richtig gut, die Helligkeit in jedem Raum lässt sich messen und individuell in der Programmierung verwenden. Ein Beispiel, ist es draußen noch hell genug aber in der Küche schon leicht dunkel, lässt sich das Licht zum richtigen Zeitpunkt automatisch schalten.

Die Rauchmelder haben wir per Telefonkabel vernetzt. 4 Adriges reicht hier jedoch völlig.

Die Multiroom Anlage, hier haben wir auch gewöhnliches, transparentes Lautsprecherkabel verlegt.

Lampen und Spots. 5 Adriges Nym. Wir brauchen keine 5 Adern, aber hey, wer weiß?!

Auch die Steckdosen wurden Sternförmig geführt. Wie bei den Spots 5×1,5er Nym Kabel. Ja, auch Steckdosen! Wir haben je 3 Steckdosen in den Ecken, wobei jeweils die mittlere Steckdose per Loxone Schaltbar ist. Hier kann nochmal eine Zimmerleuchte, TV, Bügeleisen, Ladegerät usw geschaltet werden. Sollte die mittlere Steckdose nicht reichen, kann man mit wenig Aufwand noch die Linke oder Rechte mit der mittleren verbinden. Man braucht nicht lange überlegen, was sich damit mal alles machen lässt! Aber das Stichwort “Bügeleisen” ist aber oft das einzige, dass man bringen kann wenn sich jemand Smart Home nicht vorstellen kann.

Dann die Jalousien, auch hier 5×1,5er Nym. Da freu ich mich drauf! Morgens automatisch Rollos hoch zum Aufstehen. Abends zur Dunkelheit runter. “Wenn ich nicht raus schauen kann, braucht auch keiner rein schauen” Im Sommer Rollos runter wenn die Räume warm genug sind. Im Winter hoch um die Solare Energie zu nutzen, usw. Erst jetzt zeigt sich dass volle Potenzial eines Connected Smart Home! Weil Loxone die Heizung und Rollos steuert und die Temperatur in den Räumen kennt, kann hier Perfekt automatisiert werden! Das hebt den Komfort und Spart Heizkosten.

Was bleibt noch? Einige Türkontakte, damit Rollos nicht schließen während wir auf der Terrasse Grillen. Türgong, Klingel, Netzwerkkabel, Sat und Telefon wie üblich.

Kabel für Telefon und Netzwerk
Kabel für Telefon und Netzwerk
Kabel im HWR für Taster, Präsenz, Spots, Steckdosen und co.
Kabel im HWR für Taster, Präsenz, Spots, Steckdosen und co.
An der Decke hängt viel
An der Decke hängt wirklich viel

Der Kabelaufwand scheint enorm, aber ich habe schon mehrfach Bauherren gesprochen die auch ohne Automation oder Bussystem alles Zentral verkabeln. Macht sinn! So lässt sich später zur not nochmal ein Schalter oder Taster umklemmen.

Teile Share on Google+Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someone

5 Gedanken zu „Smart Home ist Kabelsalat“

  1. Hallo,

    ich wollte mal wissen:
    Warum ein Telefonkabel und ein CAT Kabel zur Schaltkulisse? Kann ich den Temperatursensor nicht mit auf die Telefonleitung legen? Logischerweise müsste das Telefonkabel dann größer Dimensioniert werden oder empfiehlt sich das nicht wegen der Schirmung im 1 Wire Bus?

    Ein durchschleifen der 1 Wire komponenten komtm nicht in Frage, da das Haus ein altbau ist und ich versuche so wenig wie möglich aufzustellemn, also Sternverkabelung wäre angesagt evtl. mit mehrern 1wire extensions…

    VG Magnus

    1. Hi nochmal.
      Das Cat Kabel dient einfach nur zur Sicherheit. Was ist wenn es in ein paar Jahren mal einen richtig coolen Netzwerkfähigen Schalter gibt…
      Huch gibts schon ;)
      http://www.u-lux.com/

      Ich hab in der Planung von dem Schalter gehört und bin mir nicht sicher gewesen ob der nicht evtl mal in Frage kommt. Daher die Taster am Telefonkabel. Das könnte dann so bleiben. Das Kat Kabel würde ich dann als Netzwerkkabel umfunktionieren.

      Daher die 2 Kabelsalat Masche.

      Zur Schirmung kann ich Dir nicht sagen ob es Auswirkungen hat.
      Aber der 1-Wire Bus zeigt ziemlich widerstandsfähig bei mir. Hab immer mal wieder hier und da was dazu geklemmt.
      Hat der Bus immer anstandslos aufgenommen. Leitungslängen sind längst überschritten ;)

      1. Hi Gerald,

        naja ich hätte jetzt eher vermuttet, dass Du versucht dich an die empfohlene Schirmung seitens Loxone zu halten :-) – bei mir wird es wegen Altbau spaßig, alles in Sternverkabelung – mal sehen wie das wird

        danke dir!

  2. Hi Gerald, ersteinmal ein riesen Kompliment für den inspirierenden Blog, prima! Habe alle Beiträge verschlungen.
    Ich plane einen Neubau und beschäftige mich jetzt mit der Wahl der Technik – es wird smart, ich tendiere tatsächlich auch zu Kabeln (statt Funk) und deswegen auch zu loxone, sofern ich es schaffe die Programmierung zumindest zu verstehen, mal sehen…
    Eine Basic-Frage zum Verständnis habe ich zum 1-Wire Bus. Nach der Topologie soll der ja nicht sternförmig sein. Was sind da die Kabelanforderungen? Du hast Cat5 genommen, brauch man davon nicht nur zwei Drähte? Gehen da zwei zum 1Wire-Sensor hin und zwei zurück zum Stern, damit dort eine Reihe geschaltet wird? Oder wird da das Sternverkabelungsprinzip durchbrochen und ein Cat-Kabel von Sensor zu Sensor geführt? Kannst Du was zum 1-Wire Bus schreiben?
    Vielen Dank,
    Grüße aus Berlin
    Alexander H.

    1. Hey Danke Danke, das geht runter wie Öl.

      Alles zur Verkabelung findest du auch hier.
      http://www.loxone.com/dede/service/dokumentation/extensions/1-wire.html#Wire-Verkabelung

      Angefangen hat bei mir alles mit der Verkabelung ohne Abzweigungen, wie auf dem ersten Bild hinter dem Link.
      Mittlerweile haben wir noch weitere Temp Sensoren im Kamin und co verbaut und sind jetzt bei einer Topologie mit einigen Abzweigungen. Zweites Bildchen.

      Der Anschluss erfolgt in Reihe. Beachte das du im Idealfall 3 Adern für den 1-wire Bus brauchst!
      1-wire

      Grüße nach Berlin
      Gerald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.